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Themenblock: »Gesellschaftskritik«

Referent_in: Stefan Meretz

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2012, 14:30–16:00 Uhr

Kritik einer analytischen Figur

Die Figur des »Arrangements mit den Herrschenden« verbindet im kritisch-psychologischen Konzept der Selbstfeindschaft die Bedürfnisumsetzung des Individuums mit den Partialinteressen der »Herrschenden«: Das Individuum versucht unter Verzicht auf die Verfügungserweiterung und Akzeptanz der bestehenden Bedingungen seine Bedürfnisbefriedigung sicherzustellen und stärkt damit jene Verhältnisse, die (mindestens langfristig) seiner Bedürfnisbefriedigung entgegenstehen.

Doch: Wer sind die »Herrschenden«? Wer gehört zu ihnen, wer nicht? Ist eine Grenzziehung zwischen »denen« und »uns« überhaupt möglich? Oder gehören auch »wir« zu den »Herrschenden«? Oder sind »Herrschende« depersonifiziert als »herrschende Verhältnisse« zu verstehen? Ermäßigt sich dadurch aber das Problem? Wie also können die multiplen Herrschaftsverhältnisse im Kapitalismus angemessen thematisiert werden ohne in Personifikationen oder gar Personalisierungen zu fallen?

Um dies und anderes soll es in dem spontan gebildeten Workshop gehen!

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Themenblock: »Kritische Praxis«

Referent_innen: Felicitas Karimi, Christoph Vandreier, Nicole Bromann

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2012, 14:30–16:00 Uhr

Das Projekt stellt sich vor!

Abstinenzorientierte Ansätze und ein Suchtbegriff, der Konsumierende im Bedingtheitsdiskurs zu Objekten einer subjektivierten Substanz macht, sind z. Z. in der Drogenhilfe hegemonial. Dagegen fasst die seit 2008 existierenden Selbsthilfe und Forschungsgruppe „Projekt Selbstverständigung über Drogengebrauch (ProSD)“, auf Grundlage der kritisch psychologischen Kategorien, Drogenkonsum als begründete Handlung. Weiterlesen »

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Themenblock: »Kritische Praxis«

Referent_in: Rosemarie Straub

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 14:30–16:30 Uhr

Beliebtheit durch Beliebigkeit?

»Ich weiß nicht, wer ich eigentlich bin«, sagt mir ein 15jähriger, der wegen ADHS bald nach Beginn seiner frühen Schulzeit medikamentös »eingestellt« wurde. Anhand von schriftlichen Stellungnahmen aus unterschiedlichen Institutionen möchte ich sowohl diagnostische Verfahren als auch Aufbau und fachliche Argumentation sprachanalytisch betrachten. Wie werden Verfahren begründet und wie wird in Fachkreisen kommuniziert? Die diagnostische Sprachregelung der Experten gilt als unanfechtbare Lizenz und formt das Bewußtsein der Kinder und Jugendlichen. Wie wird diese bestimmende Definitionsmacht über Minderjährige legitimiert und wie spiegeln sich derartige Diagnosen in der Weltsicht dieser Kinder und Jugendlichen wider? Ich möchte mich auf die Diagnostik von AD(H)S und Hochbegabung konzentrieren.

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Themenblock: »Kritische Praxis«

Referent_in: Klaus Ottomeyer

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 14:30–16:30 Uhr

Psychologie und Psychotherapie zwischen Anpassung und Widerstand

Am Beispiel der Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen und Opfern von Verfolgung wird besonders deutlich, dass wir uns einerseits auf eine unmittelbare heilsame Begegnung mit unseren KlientInnen /PatientInnen einlassen müssen, und dass es auf der anderen Seite oftmals einen anhaltenden schädigenden und diskrimierenden Kontext gibt, der beim Namen genannt und kritisiert werden muss. Es gibt einen therapeutischen und einen (menschenrechts-) politischen Ego State. Wir pendeln zwischen Beruhigung und Empörung. Diese inneren Zustände befinden sich in einem Spannungsverhältnis und müssen in irgendeiner Form ausbalanciert und aufeinander bezogen werden. In der Veranstaltung werden Beispiele aus der Arbeit mit Flüchtlingen und Kinderüberlebenden des Nazi-Terrors vorgestellt und diskutiert.

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Themenblock: »Kritische Wissenschaft«

Referent_innen: Thorben Knobloch, Maria Hummel

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 14:30–16:30 Uhr

Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen wollen wir Erfahrungen aus verschiedenen Projekten und Initiativen kritischer Psychologie zusammentragen und gemeinsam Barrieren, Probleme, Lösungen und (kollektive) Perspektiven diskutieren. Die Moderation orientiert sich dabei an den (gemeinsamen) Zielen, Inhalten und Strukturen. Zentrales Ziel des Workshops ist es, den Blick auf die Möglichkeiten neuer, kollektiver (Informations-)Strukturen und Strategien zu richten. Der Workshop ist offen – falls du also gerne ein Projekt oder eine Initiative vorstellen und diskutieren möchtest, trage dich einfach am Infopoint ein. Auch neue, bisher unrealisierte Ideen sind willkommen!

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Themenblock: »Kritische Praxis«

Referent_in: Teemu Suorsa

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 14:30–16:30 Uhr

Wie begründet man seine Handlungen als ein/e BeraterIn im Pädagogischen Kontext? Als Ausbilder von BeraterInnen habe ich die Möglichkeit gehabt, mit mehreren Professionellen und Studierenden der psychosozialen Beratung darüber zu sprechen, warum sie in bestimmten Situationen so handeln wie sie handeln. Als ein Ergebnis dieser Besprechungen habe ich mehrere individuelle Begründungsmuster rekonstruiert. In diesen Begründungsmustern wird aus den Perspektiven der Beteiligten dargestellt a) was die Situation war, b) wie die Beteiligten sich in dieser Situation gefühlt, wie sie gedacht oder gehandelt haben und c) warum sie so gefühlt, gedacht oder gehandelt haben. In meinem Vortrag werde ich zuerst kurz darüber sprechen, was für Begründungsmuster das sind, und ob man aus diesen individuellen Begründungsmustern typische Begründungsmuster gewinnen kann. Danach versuche ich zu exemplifizieren und zur Diskussion zu stellen, wie man solche Begründungsmuster mit Bezug auf aktuelle gesellschaftstheoretische Analysen konkretisieren könnte.

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Themenblock: »Gesellschaftskritik«

Referent_in: Julian Bierwirth

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2012, 14:30–16:00 Uhr

+ + + + WORKSHOP FÄLLT WEGEN KRANKHEIT DES REFERENTEN AUS + + + +

Lesarten der Marxschen Theorie

Kaum ein Theoretiker scheint derart umstritten wie Karl Marx. Egal ob bei KritikerInnen oder BefürworterInnen: es gibt wohl kaum eine Ansicht, die Marx noch nicht nachgesagt worden ist. In diesem Workshop soll es darum gehen, die Entwicklung der Debatte um die Marxsche Theorie nachzuzeichnen und die wesentlichen Strömungen zu identifizieren, die sich um ein adäquates Verständnis dieser Theorie bemühen. Der Fokus des Workshops wird dabei auf der Debatte im deutschsprachigen Raum liegen. Es soll ein Bogen gezogen werden vom traditionellen Parteimarxismus der 1. und 2. Internationale über den Westlichen Marxismus und die Neue Marx Lektüre bis hin zur Wertkritik. Dabei sollen wesentliche Konzepte der Interpretationen verdeutlicht und die Ursachen für die jeweils neuen Impulse herausgearbeitet werden. Vor dem Hintergrund dieser unterschiedlichen Konzepte soll im Anschluss über deren Bedeutung für die Konzeptionalisierung der Kritischen Psychologie diskutiert werden.

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Themenblock: »Gesellschaftskritik«

Referent_in: Catharina Schmalstieg

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2012, 14:30–16:00 Uhr

In den wissenschaftlichen Debatten um gewerkschaftliche Erneuerung (Brinkmann u.a. 2008, Dörre/Haipeter 2011, Hälker 2008 u.a.) und in der Praxis vieler Gewerkschaften hat Partizipation von Mitgliedern einen zentralen Stellenwert eingenommen. In der Gewerkschaftsarbeit werden seitens der Gewerkschaft Denk- und Handlungsangebote zur Erweiterung von Handlungsfähigkeit gemacht, die die Beschäftigten annehmen, ignorieren oder ablehnen können. Gewerkschaften fungieren hierbei als Handlungsplattform (Schmalstieg 2009). Nicht jede Form des Mitmachens ist notwendig emanzipatorisch, wie umgekehrt nicht jede Form von Führung autoritär ist. Anhand von Beispielen aus den USA und aus Deutschland erörtere ich, welche Formen Mitgliederbeteiligung in der Praxis annimmt und welche Potenziale damit verbunden sind. Ich gehe von einem Kontinuum partizipativer Demokratie aus, anhand dessen sich Grade der Partizipation und der Einbindung der Mitglieder in die Gewerkschaftsarbeit diskutieren lassen.

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Themenblock: »Gesellschaftskritik«

Referent_in: Jan Aleith

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 14:30–16:30 Uhr

Ein Handlungsforschungsprojekt im Spannungsfeld zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung

Das klassische Normalarbeitsverhältnis wird zunehmend abgelöst von anderen, meist prekären Beschäftigungsverhältnissen wie Befristungen, Honorar-, Teilzeit- und Werkverträgen und Leiharbeit. Dadurch sinken auch die Handlungsmöglichkeiten für die betriebliche Mitbestimmung. Arbeitnehmerrechte werden entweder ganz außer Kraft gesetzt oder für den Einzelnen nicht mehr durchsetzbar. Fragmentierte Arbeitszeiten, fehlende Arbeitszusammenhänge, unklare Betriebszugehörigkeiten und unklare Verantwortlichkeiten erschweren Solidarisierungsversuche massiv. Die Auswirkungen auf das gesamtgesellschaftliche Solidarsystem sind kaum abzuschätzen, denn sie betreffen Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen, Transferleistungen und die Verlagerung der Qualifizierung in die staatliche Verantwortung. Bei einer derartig fortgeschrittenen Desintegration unserer (Arbeits-) Gesellschaft stellt sich die Frage, wo noch Ansätze zu einer dringend erforderlichen Re-Solidarisierung gefunden werden können.

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Themenblock: »Kritische Wissenschaft«

Referent_innen: Annita Kalpaka, Jessica Chater, Richard Luther

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2012, 14:30–16:00 Uhr

Teil 1

„Verdeckten Verhältnissen“ auf der Spur

Studierende wie Lehrende machen oft einander und auch die Strukturen und Verhältnisse für die Missstände in der Lehre an der Hochschule verantwortlich. Auffällig und unbefriedigend ist dabei oft, dass die „Verhältnisse“ diffus bleiben und meistens als etwas Äußeres, fast Schicksalhaftes erscheinen, dem wir alle unterworfen wären.

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Ferienuni Kritische Psychologie 2012 using Theme Adventure by Eric Schwarz adapted by Stefan Meretz
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