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Themenblock: »Forschungsarbeiten«

Referent_in: JMD

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2012, 10:30–12:00 Uhr

Macht Glück handlungsfähig oder macht Handlungsfähigkeit glücklich?

Was ist Glück? Macht Geld glücklich? Ist Glück im Rausch zu finden oder in der Tugend? Ist Glück in Beziehungen zu anderen zu finden? Oder ist Glück für den Menschen nicht vorgesehen? Sind diese Fragesstellungen der akademischen Psychologie im großen Rahmen und auch der Kritischen Psychologie fern geblieben, beschäftigt sich seit jeher die Philosophie mit der Frage nach der Glückseligkeit. Wie kann jedoch eine Glücksforschung gefasst werden, die sich weder der Positiven Psychologie zuordnet, noch kitschig-verallgemeinert? In dieser Arbeit sollte zunächst ein philosophischer Überblick über die verschiedenen Auffassungen des Glücks stattfinden, um anschließend Glück aus kritisch-psychologischer Sichtweise zu betrachten. Wie können unter methodologischen Gesichtspunkten Interviews analysiert und interpretiert werden? Wie kann weiterhin Glücksforschung als handlungsermöglichend verstanden werden, im Sinne der Marx’schen Aussage, „Unser Glück gehört Milionen“? Diese Fragen sollen anhand der Analyse von drei qualitativen Interviews untersucht werden, sowie am Beispiel einschlägiger Texte diskutiert werden.

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Themenblock: »Einführendes«

Referent_innen: Christian Küpper, Ellen Reitnauer

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2012, 10:30–12:00 Uhr

Schlüsselbegriffe auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft?

‘Intersubjektivität’ meint die Beziehung zwischen Subjekten. Damit stellt sich die Frage nach dem Kritisch Psychologischen Subjektbegriff, der gleichzeitig von ‘Intersubjektivität’ nicht zu trennen ist. Die ‘soziale Selbstverständigung’ schließt daran an: als Menschen sind wir gesellschaftliche Wesen, die sich in sozialen Zusammenhängen über sich selbst und die Welt, in der sie leben, verständigen können bzw. müssen. Doch was heißt das in einer kapitalistischen Gesellschaft? Welche Grenzen und Möglichkeiten strukturieren unsere sozialen Beziehungen? (Wie) können wir uns zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zur Welt so ins Verhältnis setzen, dass herrschaftliche Zwänge nicht blind reproduziert werden und für alle mehr Lebensqualität möglich wird? Die Veranstaltung gibt hierzu eine Einführung in zentrale theoretische Grundkonzepte der Kritischen Psychologie. Gleichzeitig möchte sie Raum zur Diskussion darüber öffnen, welche Rolle die genannten Begriffe dabei spielen, gesellschaftliche Veränderung praktisch denkbar zu machen.

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Themenblock: »Einführendes«

Referent_in: Christoph Vandreier

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 10:30–12:00 Uhr

In dem Workshop soll es darum gehen, wie mit dem methodischen Konzept der Entwicklungsfigur eine partizipative Forschung vom Standpunkt des Subjekts realisiert werden kann. Zunächst sollen die theoretischen Erkenntnismöglichkeiten und -grenzen des Konzepts besprochen und von anderen Forschungsstrategien abgegrenzt werden.

Auf der Grundlage dieser Überlegungen sollen praktische Erfahrungen mit der Entwicklungsfigur im „Projekt Selbstverständigung über Drogengebrauch“ (ProSD.org) erläutert werden. Es wird einmal darum gehen, an welchen Stellen Schwierigkeiten auftraten und welche Punkte weiterentwickelt oder einfach auch geändert werden mussten, aber auch darum, was geglückt ist und welche Art Erkenntnisse über Drogengebrauch aufgrund dieser Forschung gewonnen werden konnten.

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Themenblock: »Kritische Praxis«

Referent_in: Rosemarie Straub

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 14:30–16:30 Uhr

Beliebtheit durch Beliebigkeit?

»Ich weiß nicht, wer ich eigentlich bin«, sagt mir ein 15jähriger, der wegen ADHS bald nach Beginn seiner frühen Schulzeit medikamentös »eingestellt« wurde. Anhand von schriftlichen Stellungnahmen aus unterschiedlichen Institutionen möchte ich sowohl diagnostische Verfahren als auch Aufbau und fachliche Argumentation sprachanalytisch betrachten. Wie werden Verfahren begründet und wie wird in Fachkreisen kommuniziert? Die diagnostische Sprachregelung der Experten gilt als unanfechtbare Lizenz und formt das Bewußtsein der Kinder und Jugendlichen. Wie wird diese bestimmende Definitionsmacht über Minderjährige legitimiert und wie spiegeln sich derartige Diagnosen in der Weltsicht dieser Kinder und Jugendlichen wider? Ich möchte mich auf die Diagnostik von AD(H)S und Hochbegabung konzentrieren.

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Themenblock: »Kritische Praxis«

Referent_in: Klaus Ottomeyer

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 14:30–16:30 Uhr

Psychologie und Psychotherapie zwischen Anpassung und Widerstand

Am Beispiel der Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen und Opfern von Verfolgung wird besonders deutlich, dass wir uns einerseits auf eine unmittelbare heilsame Begegnung mit unseren KlientInnen /PatientInnen einlassen müssen, und dass es auf der anderen Seite oftmals einen anhaltenden schädigenden und diskrimierenden Kontext gibt, der beim Namen genannt und kritisiert werden muss. Es gibt einen therapeutischen und einen (menschenrechts-) politischen Ego State. Wir pendeln zwischen Beruhigung und Empörung. Diese inneren Zustände befinden sich in einem Spannungsverhältnis und müssen in irgendeiner Form ausbalanciert und aufeinander bezogen werden. In der Veranstaltung werden Beispiele aus der Arbeit mit Flüchtlingen und Kinderüberlebenden des Nazi-Terrors vorgestellt und diskutiert.

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Themenblock: »Kritische Praxis«

Referent_in: Teemu Suorsa

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2012, 14:30–16:30 Uhr

Wie begründet man seine Handlungen als ein/e BeraterIn im Pädagogischen Kontext? Als Ausbilder von BeraterInnen habe ich die Möglichkeit gehabt, mit mehreren Professionellen und Studierenden der psychosozialen Beratung darüber zu sprechen, warum sie in bestimmten Situationen so handeln wie sie handeln. Als ein Ergebnis dieser Besprechungen habe ich mehrere individuelle Begründungsmuster rekonstruiert. In diesen Begründungsmustern wird aus den Perspektiven der Beteiligten dargestellt a) was die Situation war, b) wie die Beteiligten sich in dieser Situation gefühlt, wie sie gedacht oder gehandelt haben und c) warum sie so gefühlt, gedacht oder gehandelt haben. In meinem Vortrag werde ich zuerst kurz darüber sprechen, was für Begründungsmuster das sind, und ob man aus diesen individuellen Begründungsmustern typische Begründungsmuster gewinnen kann. Danach versuche ich zu exemplifizieren und zur Diskussion zu stellen, wie man solche Begründungsmuster mit Bezug auf aktuelle gesellschaftstheoretische Analysen konkretisieren könnte.

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Themenblock: »Forschungsarbeiten«

Referent_in: Denis Neumüller

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2012, 10:30–12:00 Uhr

»Mit einem Bein im Kapitalismus stecken, mit dem anderen weiterlaufen«*

In den vergangenen Jahren erlebte der Begriff der Commons eine Renaissance. Nicht nur die Verleihung des Wirtschaftsnobelpreis an die Commons-Forscherin Elinor Ostrom hat dazu beigetragen. Vor allem die sozialen Bewegungen des globalen Südens gegen neoliberale Privatisierungspolitik sowie neuartige kooperative Praxen von Menschen, die sich um die Herstellung und Pflege gemeinsam verfügbarer Ressourcen kümmern, haben einen Commons-Diskurs mit emanzipatorischer Perspektive hervorgebracht. Von der Produktion Freier Software und Wikipedia bis hin zu Nutzer_innengemeinschaften, Umsonstläden und Solidarischer Landwirtschaft entstehen Projekte und Handlungsweisen, die „jenseits von Markt und Staat“ die Verwertungslogik im Kapitalismus in Frage stellen.

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Themenblock: »Gesellschaftskritik«

Referent_in: Julian Bierwirth

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2012, 14:30–16:00 Uhr

+ + + + WORKSHOP FÄLLT WEGEN KRANKHEIT DES REFERENTEN AUS + + + +

Lesarten der Marxschen Theorie

Kaum ein Theoretiker scheint derart umstritten wie Karl Marx. Egal ob bei KritikerInnen oder BefürworterInnen: es gibt wohl kaum eine Ansicht, die Marx noch nicht nachgesagt worden ist. In diesem Workshop soll es darum gehen, die Entwicklung der Debatte um die Marxsche Theorie nachzuzeichnen und die wesentlichen Strömungen zu identifizieren, die sich um ein adäquates Verständnis dieser Theorie bemühen. Der Fokus des Workshops wird dabei auf der Debatte im deutschsprachigen Raum liegen. Es soll ein Bogen gezogen werden vom traditionellen Parteimarxismus der 1. und 2. Internationale über den Westlichen Marxismus und die Neue Marx Lektüre bis hin zur Wertkritik. Dabei sollen wesentliche Konzepte der Interpretationen verdeutlicht und die Ursachen für die jeweils neuen Impulse herausgearbeitet werden. Vor dem Hintergrund dieser unterschiedlichen Konzepte soll im Anschluss über deren Bedeutung für die Konzeptionalisierung der Kritischen Psychologie diskutiert werden.

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Themenblock: »Kritische Wissenschaft«

Referent_in: Julia Scholz

Tag/Zeit: Tag, Zeit offen

+ + + + FÄLLT WEGEN ERKRANKUNG DER REFERENTIN LEIDER AUS + + + +

Im Vortrag werde ich zuerst verschiedene Möglichkeiten, individuelle Identitätsentwürfe als queer zu begreifen, aufzeigen. Beispielsweise gibt es Menschen, die Ihre Identität als queer erleben, Menschen, die aktiv eine solche Selbstbezeichnung wählen und Menschen, die eine Selbstbezeichnung wählen, die unter queertheoretischen Auffassungen als queer zu bezeichnen wäre. Es bietet sich dann die Möglichkeit einer Zwischendiskussion darüber, ob das Konstrukt von queeren Identitäten ein Widerspruch in sich ist, weil bestimmte queertheoretische Positionen gegen die Möglichkeit von Identitäten als queer argumentieren (im Gegensatz zu beispielsweise Strategien). Anschließend werden prototypische Identitätskonzeptionen der Mainstream-Psychologie ausgeführt. Problematisch an vielen psychologischen Mainstreamkonzepten von Identität ist aus queertheoretischer Perspektive u.a. die Zuschreibung von verankerten, stabilen, inneren Strukturen und teilweise die Annahme von Expert_inn_en, die ein Individuum von außen besser kategorisieren könnten, als das Individuum selbst.

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Themenblock: »Einführendes«

Referent_innen: Janek Niggemann, Felicitas Karimi

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2012, 10:30–12:00 Uhr

Erziehung selbst ist eine problematische Angelegenheit. Viele Menschen sind in unterschiedlicher Art und Weise mit ihr beschäftigt, von ihr betroffen oder auch durch sie zu dem geworden, was sie sind. Der Staat hat Interessen an ihren Formen, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen und Eltern an ihrer Wirksamkeit und Kinder oft daran, wie man ihre Schlupflöcher finden und nutzen kann. In Erziehung werden Erziehungsziele für andere gesetzt und beansprucht, die Erzogenen dorthin zu führen. Die Ziele sind nicht neutral, sondern eine komplexe Mischung aus Vorstellungen der Erziehenden und gesellschaftlichen Anforderungen – Mittel und Wege, sie zu realisieren, wechseln häufig zwischen Bestechung und Nötigung. Weiterlesen »

Ferienuni Kritische Psychologie 2012 using Theme Adventure by Eric Schwarz adapted by Stefan Meretz
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