Kein Freud – nur Leid?

Themenblock: »Forschungsarbeiten«

Referent_in: Josua Handerer

Tag: Samstag, 15.9.2012, Beginn: 10:30 Uhr, Dauer: 1.5 Std.

Was Psychologiestudierende über ihr Studium denken und warum sie „besser“ protestieren sollten…

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich viele PsychologiestudentInnen etwas anderes unter „Psychologie“ vorstellen, als ihnen an der Universität geboten wird. Trotzdem wird die Ausrichtung der universitären Forschung und Lehre an psychologischen Fakultäten kaum diskutiert, geschweige denn kritisch in Frage gestellt. Um diese „Funkstille“ zu unterbrechen, wurden im Rahmen einer Onlinebefragung 2000 Psychologiestudierende dazu ermutigt, zu „kritischen“ Fragen Stellung zu beziehen. Dabei zeigte sich, dass zwischen dem Fachverständnis der Studierenden und dem Selbstverständnis der akademischen Psychologie tatsächlich eine starke Diskrepanz besteht, die sich äußerst negativ auf die inhaltliche Studienzufriedenheit auswirkt. Anstatt die eigene Unzufriedenheit zu artikulieren, scheinen die meisten Betroffenen ihr Unbehagen allerdings mit sich selbst auszumachen, weshalb das kritische Potential vieler Studierender zumindest bisher weitgehend ungenutzt bleibt. Nach der Präsentation dieser und weiterer Befunde sollen deren fach- und hochschulpolitischen Implikationen gemeinsam diskutiert werden. Darüber hinaus wird Zeit und Raum dafür sein, eigene Erfahrungen mit dem Studium zu reflektieren, wobei ich selbst die Studie, um die es in meinem Vortrag geht, in Anlehnung an Peter Brückner als den „Versuch“ einer „Selbstbefreiung“ beschreiben werde.


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